Neue Wege zum gleichen Ziel
Ukrainische Alternativen
Überspringen: Ukrainische AlternativenIn kaum einer Branche ist die Produktionslogistik so komplex wie in der Automobilindustrie. So produziert Volkswagen seinen SUV Touareg im slowakischen Bratislava, ein weiteres Werk steht in der russischen Autostadt Kaluga, wo das Modell endmontiert wird. Komplette Fahrzeuge aus Bratislava werden dabei noch in der Slowakei wieder in Einzelkomponenten zerlegt und als Bausätze nach Kaluga transportiert, wo sie für den russischen Markt wieder zusammengesetzt werden. Die Touareg-Teile werden in Container verpackt und rollen in Verantwortung von DB Schenker Rail Automotive (DB SRA) mit der Bahn nach Kaluga.
Zusätzlich zum bisherigen Laufweg über Polen und Weißrussland hat DB SRA im Sommer 2011 im Auftrag von Volkswagen erfolgreich eine Alternativroute durch die Ukraine getestet. "In der Fahrzeugfertigung ist unser oberstes Gebot Flexibilität, dies gilt auch für unsere Transportwege", erklärt Michael Klaus, verantwortlicher Logistikplaner bei Volkswagen Logistics. "Weil wir für unser russisches Werk eine absolut sichere Versorgung benötigen, haben wir mit dieser Route eine alternative Strecke, auf die wir im Fall von Unterbrechungen ausweichen können."
"Die Etablierung der Alternativroute hat uns einiges abverlangt", erinnert sich Natalya Martynova, Projektmanagerin bei DB Schenker Rail Automotive. "Denn bei solchen Projekten in Richtung Osten gibt es eine Menge technischer, rechtlicher und bürokratischer Hürden." So müssen alle Transporte von europäischer Normal- auf russische Breitspur umgeladen werden. Bei den bisherigen Touareg-Verkehren geschieht das im weißrussischen Brest.
Bei der Durchführung des Testzuges via Ukraine wurden die Container im Terminal TKD Dobrá auf Breitspur umgeladen. Dieses Terminal nahe der slowakisch-ukrainischen Grenze wird langjährig vom russischen DB Schenker Rail Automotive-Partner, der Firma JSC TransContainer, gemietet und verfügt über Gleise beider Spurbreiten. Partner von DB SRA auf der Ausweichroute sind die Bahnen ZSSK Cargo (Slowakei), UZ (Ukraine) und RZD (Russland).
Um die Fahrten möglichst kosteneffizient durchzuführen, hat DB SRA ein besonderes Transportkonzept entwickelt: So fährt ein Breitspurzug mit leeren Containern von Kaluga nach Südwesten und gleichzeitig ein Normalspurzug von Velka Ida nach Nordosten. Beide Züge treffen sich in Dobrá, tauschen dort Container aus und kehren an ihren Ausgangspunkt zurück. "Wir konnten erstmalig nachweisen, dass die Route über die Ukraine funktioniert – sollte es zu gravierenden Störungen auf dem Regelweg kommen, sind Volkswagen und wir vorbereitet", erklärt Martynova. "Jetzt arbeiten wir daran, Prozesse zu optimieren – damit sie zu einer dauerhaften Alternative werden."
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Letzte Aktualisierung: 06.01.2012
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